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Cyberversicherung fuer Freiberufler 2026 vergleichen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Freiberufler arbeitet konzentriert am Laptop, symbolisch fuer digitale Selbststaendigkeit und IT-Sicherheit

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Das Wichtigste in Kürze

  • Freiberufler haften persoenlich bei Datenschutzverletzungen, oft mit Privatvermoegen
  • Praemien fuer Solo-Selbststaendige starten bei rund 200 EUR pro Jahr (Stand Maerz 2026)
  • Besonders relevant fuer Aerzte, Anwaelte, Steuerberater, IT-Freelancer und Berater
  • Berufshaftpflicht deckt keine Cyber-Risiken ab, eine separate Police ist meist noetig
  • Hiscox, HDI, Markel, Allianz und AXA bieten Tarife mit Schwerpunkt auf Freie Berufe

Eine Cyberversicherung fuer Freiberufler schuetzt Solo-Selbststaendige vor den finanziellen Folgen von Hackerangriffen, Datenpannen und Ransomware (Verschluesselungstrojaner). In Deutschland arbeiten laut Institut fuer Freie Berufe rund 1,45 Millionen Menschen freiberuflich, viele davon mit sensiblen Mandanten-, Patienten- oder Kundendaten. Laut BSI-Lagebericht 2024 zielen rund 80 % aller Cyberangriffe auf KMU und Freiberufler. Praemien starten je nach Berufsgruppe und Deckungssumme bei rund 200 EUR pro Jahr (eigene Marktrecherche, Stand Maerz 2026).

Warum Freiberufler im Visier von Cyberkriminellen stehen

Die Bedrohungslage hat sich verschaerft. Die Bitkom-Studie Wirtschaftsschutz 2025 dokumentiert: 87 % aller deutschen Unternehmen waren von Datendiebstahl, Spionage oder Sabotage betroffen, der Gesamtschaden lag bei 289,2 Milliarden EUR. Davon entfallen 202,4 Milliarden EUR allein auf Cyberangriffe.

Freiberufler trifft es besonders hart. Sie arbeiten oft allein oder in kleinen Teams, haben selten eine eigene IT-Abteilung und haften persoenlich mit ihrem Privatvermoegen. Eine einzige Phishing-Mail kann ausreichen, um eine Anwaltskanzlei fuer Wochen lahmzulegen oder die Patientendaten einer Arztpraxis offenzulegen. Der Allianz Risk Barometer 2026 listet Cybervorfaelle seit vier Jahren als groesstes Geschaeftsrisiko weltweit.

Risiken ohne Cyberversicherung

  • Persoenliche Haftung bei Datenpannen
  • Reputationsschaeden und Mandantenverlust
  • Betriebsausfall ohne Einkommen
  • DSGVO-Bussgelder und Abmahnungen
  • Forensik- und Wiederherstellungskosten

Schutz durch Cyberversicherung

  • Uebernahme von Schadenersatzforderungen
  • Krisenmanagement und PR-Beratung
  • Betriebsunterbrechungsschutz
  • Rechtsschutz bei DSGVO-Verfahren
  • 24/7-Notfall-Hotline mit IT-Experten

Berufsgruppen und ihre spezifischen Cyberrisiken

Die Cyberrisiken unterscheiden sich je nach Berufsgruppe erheblich. Entscheidend ist, welche Art von Daten Sie verarbeiten und wie stark Ihre Taetigkeit von IT-Systemen abhaengt.

Heilberufe: Aerzte, Therapeuten, Apotheker

Patientendaten gehoeren zu den sensibelsten Datenarten ueberhaupt. Ein Datenleck kann neben finanziellen Schaeden auch berufsrechtliche Konsequenzen haben. Die elektronische Patientenakte und vernetzte Praxissysteme vergroessern die Angriffsflaeche. Eine Cyberversicherung deckt typischerweise Forensik, die DSGVO-Benachrichtigung Betroffener und die rechtliche Verteidigung ab.

Rechtsanwaelte, Notare, Patentanwaelte

Mandantendaten unterliegen der anwaltlichen Verschwiegenheitspflicht. Ein Cyberangriff kann nicht nur finanzielle, sondern auch berufsrechtliche Folgen haben und das Vertrauensverhaeltnis zu Mandanten beschaedigen. Versicherte profitieren bei vielen Tarifen von einer spezialisierten Rechtsberatung im Schadenfall.

Steuerberater und Wirtschaftspruefer

Zugang zu Bilanzen, Steuererklaerungen und Bankdaten macht diese Berufsgruppe zu einem lukrativen Ziel. Bei einer Datenpanne drohen Schadenersatzforderungen, berufsrechtliche Schritte und in schweren Faellen der Verlust der Bestellung. Steuerberater haben durch die DATEV-Anbindung zudem eine erweiterte Angriffsflaeche (siehe Phishing-Beispiel weiter unten).

IT-Berater, Entwickler, Freelancer

IT-Freiberufler haben oft privilegierten Zugang zu Kundensystemen, VPNs und Code-Repositories. Wenn ueber diesen Zugang ein Drittschaden entsteht, kann die Haftung sechsstellig werden. Neben der Cyberversicherung ist meist eine IT-Berufshaftpflicht noetig. Wer ein Team fuehrt oder Subunternehmer einbindet, sollte stattdessen unsere Spoke-Seite Cyberversicherung fuer IT-Dienstleister pruefen.

Berater, Coaches, Personalberater

Unternehmensberater, Personalberater und Coaches speichern vertrauliche Informationen ueber Kunden, Strategien und Mitarbeitende. Bewerberdaten unterliegen besonders strengen DSGVO-Pflichten, weshalb hier ein Datenleck schnell ein behoerdliches Bussgeldverfahren ausloest.

Was kostet eine Cyberversicherung fuer Freiberufler?

Die Praemie haengt von Berufsgruppe, Umsatz, gewuenschter Deckungssumme und dem IT-Sicherheitsniveau ab. Die folgende Tabelle zeigt marktuebliche Richtwerte aus unserer eigenen Recherche; individuelle Angebote koennen abweichen. Wer eine detaillierte Aufschluesselung sucht, findet sie auf der Seite Cyberversicherung Kosten.

BerufsgruppeEmpfohlene DeckungssummePraemie ab (Jahr)
Berater, Coach, Trainer100.000 EURab ca. 200 EUR
Architekt, Ingenieur100.000 - 250.000 EURab ca. 250 EUR
Steuerberater, Wirtschaftspruefer250.000 EURab ca. 350 EUR
Rechtsanwalt, Notar250.000 EURab ca. 400 EUR
IT-Freelancer, Entwickler250.000 - 500.000 EURab ca. 400 EUR
Arztpraxis, Einzelpraxis250.000 EURab ca. 500 EUR

Stand: Maerz 2026. Richtwerte auf Basis marktgaengiger Tarife (eigene Recherche). Individuelle Praemien koennen je nach Anbieter und Risikoprofil abweichen.

Cyberversicherung, Berufshaftpflicht oder IT-Haftpflicht?

Viele Freiberufler fragen sich, ob ihre bestehende Berufshaftpflichtversicherung ausreicht. In den meisten Faellen tut sie das nicht. Die drei Versicherungsarten schuetzen vor unterschiedlichen Risiken und ergaenzen sich.

KriteriumCyberversicherungBerufshaftpflichtIT-Haftpflicht
Schuetzt vorCyberangriffe, Datenpannen, IT-AusfallBerufliche Fehler, falsche BeratungIT-Fehler bei Kunden (Software, Systeme)
EigenschaedenJa (Forensik, Betriebsunterbrechung)NeinNein
DrittschaedenJa (Datenschutz, Haftpflicht)Ja (berufliche Fehler)Ja (IT-bezogene Fehler)
24/7-Notfall-HotlineJaNeinNein
Fuer wenAlle Freiberufler mit IT und DatenBeratende BerufeIT-Freelancer, Entwickler
Praemie abca. 200 EUR/Jahrca. 150 EUR/Jahrca. 300 EUR/Jahr

Stand: Maerz 2026. Richtwerte aus eigener Recherche. Einige Versicherer bieten Kombitarife aus IT-Haftpflicht und Cyberversicherung an.

Was sollte die Cyberversicherung abdecken?

Eine Cyberversicherung fuer Freiberufler umfasst drei Leistungsbereiche: Eigenschaeden im eigenen Betrieb, Drittschaeden gegenueber Kunden und Mandanten, sowie Service-Leistungen wie eine 24/7-Hotline. Der genaue Umfang variiert je nach Tarif. Auf unserer Cyberversicherung-Vergleichsseite finden Sie eine Uebersicht der Marktangebote.

MerkmalLeistungBereichFuer Freiberufler wichtig
Haftpflicht bei DatenschutzverletzungenDrittschadenKernelement bei sensiblen Kundendaten
Schadenersatzforderungen DritterDrittschadenBesonders fuer IT-Berater relevant
IT-Forensik und BeweissicherungEigenschadenErste Massnahme nach einem Angriff
DatenwiederherstellungEigenschadenBackup-Anforderungen pruefen
BetriebsunterbrechungEigenschadenEinkommensausfall als Solo-Selbststaendiger
Loesegeldzahlung (Ransomware)EigenschadenSublimits und Obliegenheiten beachten
DSGVO-BenachrichtigungskostenDrittschadenPflicht bei Datenschutzverletzungen
24/7-Notfall-HotlineServiceSofortige Hilfe im Ernstfall
Krisenmanagement und PRServiceReputationsschutz, oft separat zu pruefen
Rechtsberatung im IT-RechtServiceBei DSGVO-Verfahren und Abmahnungen

NIS-2 fuer Freiberufler: Wer betroffen ist und was zu tun ist

Die NIS-2-Richtlinie ist seit dem 6. Dezember 2025 als deutsches Gesetz (NIS2UmsuCG) in Kraft. Sie betrifft rund 29.500 Unternehmen in Deutschland, ueberwiegend Mittelstand und Konzerne ab 50 Mitarbeitenden. Solo-Freiberufler fallen direkt meist nicht darunter, indirekt jedoch fast immer.

Indirekt bedeutet: Wenn Sie als IT-Dienstleister, Steuerberater oder Auditor fuer NIS-2-pflichtige Auftraggeber arbeiten, koennen diese vertraglich erhoehte Sicherheitsanforderungen durchsetzen. Dazu zaehlt haeufig der Nachweis einer Cyberversicherung. Wer eine UG, GmbH oder gGmbH fuehrt, haftet nach NIS-2 persoenlich; eine D&O-Versicherung kann dieses Risiko absichern.

NIS-2 Quick-Check: Sind Sie betroffen?

Der folgende Quick-Check liefert in fuenf Fragen eine grobe Einschaetzung. Fuer die rechtssichere Pruefung sollten Sie eine IT-Rechtsanwaeltin oder einen IT-Rechtsanwalt hinzuziehen.

Orientierungshilfe, kein Rechtsrat

NIS-2 Quick-Check: Sind Sie pflichtig?

Fuenf Fragen, eine erste Einschaetzung. Die endgueltige Pruefung sollten Sie durch eine Fachperson absichern lassen.

  1. 1Beschaeftigen Sie mindestens 50 Mitarbeitende?

    Mitarbeitende in Vollzeit-Aequivalenten, einschliesslich Tochtergesellschaften.

  2. 2Liegt Ihr Jahresumsatz oder Ihre Bilanzsumme bei mindestens 10 Millionen Euro?

  3. 3Sind Sie in einem NIS-2-Sektor taetig (z. B. Energie, Trinkwasser, Gesundheit, Lebensmittelproduktion, Post, IT-Dienste, digitale Infrastruktur)?

  4. 4Wuerde ein Ausfall Ihrer IT-Systeme die Versorgung anderer Unternehmen oder Buergerinnen unmittelbar gefaehrden?

  5. 5Beliefern Sie KRITIS-Betreiber (Krankenhaeuser, Energieversorger, oeffentliche Verwaltung)?

Beantworten Sie alle fuenf Fragen, um das Ergebnis zu sehen.

Quelle: BSI, NIS-2-Umsetzungsgesetz (in Kraft seit 6. Dezember 2025). Diese Vorauswahl ersetzt keine individuelle Rechts- oder Versicherungsberatung im Sinne des VVG.

Anbieter im Vergleich: Cyberversicherung fuer Freiberufler

Im deutschen Markt fuer Cyberversicherungen sind mehrere Versicherer mit Tarifen fuer Freie Berufe aktiv. Die folgende Uebersicht fasst oeffentlich zugaengliche Eckdaten zusammen. Konkrete Praemien werden im individuellen Angebot festgelegt.

AnbieterZielgruppeBesonderheitPraemien-Indikation
HiscoxFreiberufler, IT-Dienstleister, HeilberufeRabatte fuer zertifizierte E-Mail-Sicherheit (Anbieter-Angabe, ca. 10 %)ab ca. 200 EUR/Jahr
HDIFreie Berufe mit groesserem UmsatzNachlass bei ISO-27001-Zertifizierung (Anbieter-Angabe, bis 7,5 %)ab ca. 300 EUR/Jahr
MarkelIT-Freelancer, Berater, HeilberufeSpezialisierung auf Berufshaftpflicht, oft Kombitarife mit Cyberab ca. 350 EUR/Jahr
AllianzFreie Berufe und kleiner MittelstandBranchen-Schadenbeispiele, Risikoanalyse-Toolsauf Anfrage
AXASolo-Selbststaendige und KleinstbetriebeModularer Tarifaufbau, Krisenmanagement inklusiveauf Anfrage

Stand: Maerz 2026, oeffentlich verfuegbare Anbieter-Informationen. Die Tabelle ersetzt keine vollstaendige Marktrecherche und keine individuelle Beratung.

Drei Schadenbeispiele aus der Praxis (Modellrechnungen)

Die folgenden Szenarien sind redaktionelle Modellrechnungen auf Basis GDV-Schadenstatistiken 2024 und typischer Service-Kostensaetze deutscher Anbieter. Sie zeigen, in welchen Groessenordnungen sich Cyberschaeden bei Freiberuflern bewegen koennen.

Steuerberater: Phishing und Mandantendaten-Leak

Ein Steuerberater oeffnet eine gefaelschte E-Mail, die angeblich von der DATEV stammt. Angreifer erhalten Zugang zum E-Mail-Konto und laden Steuerunterlagen von 85 Mandanten herunter. Die Cyberversicherung uebernimmt IT-Forensik (rund 3.800 EUR), DSGVO-Benachrichtigung aller Betroffenen (4.200 EUR), Rechtsberatung (6.500 EUR) und Krisenmanagement (2.800 EUR). Modellschaden: rund 17.300 EUR.

Architektin: Ransomware verschluesselt Projektdaten

Eine freiberufliche Architektin wird Opfer eines Verschluesselungstrojaners. Saemtliche CAD-Dateien und Projektdokumente werden unbrauchbar. Drei Wochen lang kann sie ihre laufenden Bauprojekte nicht weiterfuehren. Die Versicherung reguliert Datenwiederherstellung (5.200 EUR), Betriebsunterbrechung (9.600 EUR) und IT-Forensik (3.400 EUR). Modellschaden: rund 18.200 EUR.

IT-Freelancer: VPN-Zugang missbraucht

Ueber den VPN-Zugang eines IT-Freelancers gelangen Angreifer in das Netzwerk eines Auftraggebers. Der dort entstandene Drittschaden belaeuft sich auf 42.000 EUR. Die Cyberversicherung uebernimmt die Haftpflichtleistung gegenueber dem Auftraggeber, die eigene IT-Forensik (4.800 EUR) und die Betriebsunterbrechung des Freelancers (3.200 EUR).

IT-Sicherheit verbessern, Praemie senken

Versicherer honorieren nachgewiesene Sicherheitsmassnahmen mit Nachlaessen. Hiscox nennt in seinen Underwriting-Richtlinien rund 10 % Rabatt bei zertifizierten E-Mail-Sicherheitsloesungen, HDI bis zu 7,5 % bei einer ISO-27001-Zertifizierung (Anbieter-Angaben, Stand Maerz 2026). Konkrete Rabatte werden im individuellen Angebot festgelegt.

Die wichtigsten Hebel fuer Freiberufler:

  • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): Fuer E-Mail, Cloud-Speicher und Kundenzugaenge aktivieren
  • Regelmaessige Backups: Taeglich oder mindestens woechentlich, auf getrenntem Medium oder in einer geografisch separaten Cloud
  • Phishing-Schulung: Verdaechtige Absender erkennen, niemals auf Links in unangefragten Mails klicken. Hintergruende im Ratgeber zum Ransomware-Schutz
  • Aktuelles Betriebssystem und Software: Sicherheitsupdates zeitnah einspielen, alte Geraete aussondern
  • Verschluesselung: Laptop, USB-Sticks und Cloud-Speicher konsequent verschluesseln
  • VPN im Home-Office: Sichere Verbindung zu Kundennetzen, keine offenen WLANs nutzen

Worauf Freiberufler beim Vergleich achten sollten

Sechs Kriterien helfen bei der Auswahl. Eine ausfuehrliche Methodik finden Sie unter So vergleichen wir.

  1. Deckungssumme und Sublimits: Reicht die Deckung fuer den schlimmsten Fall? Achten Sie auf Sublimits fuer Ransomware, Krisenkommunikation und Rechtsberatung.
  2. Selbstbeteiligung: Eine hoehere Selbstbeteiligung senkt die Praemie, erhoeht aber Ihr Eigenrisiko. Fuer Freiberufler sind 250 bis 1.000 EUR ueblich.
  3. Obliegenheiten: Welche Sicherheitsmassnahmen setzt der Versicherer voraus? MFA, Backups, Patch-Management sind Standard, einige Tarife verlangen mehr.
  4. Drittschaden-Deckung: Sind Haftpflichtansprueche bei DSGVO-Verletzungen in der Deckung enthalten? Und in welcher Hoehe?
  5. Service-Leistungen: 24/7-Hotline mit echten IT-Sicherheitsexpertinnen und -experten, Forensik, Rechtsberatung, PR.
  6. Branchenerfahrung: Versicherer mit Schwerpunkt auf Freie Berufe kennen typische Schadenmuster und regulieren in der Regel schneller.

Typische Deckungsluecken und Ausschluesse

Nicht jeder Schaden ist versichert. Pruefen Sie die Bedingungen vor Unterschrift:

  • Vorsatz und wissentliche Pflichtverletzung: Absichtliches Fehlverhalten ist nicht gedeckt.
  • Bekannte und nicht gepatchte Sicherheitsluecken: Wer eine bekannte Schwachstelle nicht schliesst, riskiert eine Leistungskuerzung.
  • Fehlende Grundsicherheit: Viele Tarife setzen regelmaessige Backups und aktuelle Virenschutzsoftware voraus.
  • Sublimits: Loesegeldzahlungen und PR-Kosten sind oft betragsmaessig begrenzt.
  • Krieg und staatliche Cyberangriffe: War-Exclusion-Klauseln schliessen staatlich gelenkte Angriffe in vielen Tarifen aus.
  • Rueckwirkende Deckung: Schaeden, die vor Versicherungsbeginn entstanden sind, bleiben in der Regel aussen vor.

Für wen ist die Cyberversicherung fuer Freiberufler geeignet?

Geeignet für

  • Freiberufler mit sensiblen Kundendaten (Patienten-, Mandanten-, Finanzdaten)
  • Aerzte, Therapeuten, Apotheker, Anwaelte, Notare, Steuerberater
  • IT-Freelancer, Softwareentwickler und IT-Berater
  • Architekten und Ingenieure mit digitalen Planungsdaten
  • Unternehmensberater, Coaches und Personalberater

Weniger geeignet für

  • Freiberufler ohne digitale Datenhaltung oder Kundenkontakte
  • Rein kuenstlerische Taetigkeiten ohne Verarbeitung personenbezogener Daten

Fazit

Als Freiberufler haften Sie persoenlich, wenn Mandanten-, Patienten- oder Kundendaten durch einen Cyberangriff offengelegt werden. Eine Cyberversicherung kostet je nach Berufsgruppe ab rund 200 EUR pro Jahr (Stand Maerz 2026) und deckt Forensik, Rechtskosten, Betriebsunterbrechung und Schadenersatz ab.

Achten Sie auf eine ausreichende Deckungssumme, einen klar geregelten Drittschaden-Schutz und eine erreichbare 24/7-Hotline. Pruefen Sie ausserdem, ob die Police auch Social Engineering und CEO-Fraud abdeckt: Beides trifft Solo-Selbststaendige ueberproportional haeufig. Wer mehrere Angebote vergleicht, spart in der Regel zwischen 15 und 30 %, ohne Leistung zu verlieren.

Haeufige Fragen zur Cyberversicherung fuer Freiberufler

Eine Cyberversicherung fuer Freiberufler schuetzt Solo-Selbststaendige und Einzelunternehmer vor finanziellen Folgen von Hackerangriffen, Datenpannen und Ransomware. Versichert sind in der Regel IT-Forensik, Datenwiederherstellung, Betriebsunterbrechung sowie Haftpflichtansprueche bei Verletzungen von Mandanten-, Patienten- oder Kundendaten.

Sobald Sie sensible Kundendaten verarbeiten oder beruflich von Ihrer IT abhaengen, lohnt sich der Schutz. Freiberufler haften persoenlich und unbegrenzt bei Datenschutzverletzungen. Laut BSI-Lagebericht 2024 richten sich rund 80 % aller Cyberangriffe gegen kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler. Besonders gefaehrdet sind Aerzte, Anwaelte, Steuerberater und IT-Freelancer.

Tarife fuer Solo-Selbststaendige starten je nach Berufsgruppe und Deckungssumme bei rund 200 EUR pro Jahr (eigene Marktrecherche, Stand Maerz 2026). IT-Freiberufler zahlen wegen des hoeheren Risikoprofils ueblicherweise ab 400 EUR jaehrlich. Steuerberater und Rechtsanwaelte liegen zwischen 350 und 500 EUR. Die konkrete Praemie haengt von Umsatz, verarbeiteten Daten und Sicherheitsniveau ab.

Die Berufshaftpflicht deckt berufliche Fehler ab, etwa fehlerhafte Beratung oder Behandlungsfehler. Cyber-Risiken wie Hackerangriffe oder Ransomware fallen meist nicht darunter. Entweder schliessen Sie eine separate Cyberversicherung ab oder Sie pruefen einen Cyber-Zusatzbaustein zu Ihrer bestehenden Berufshaftpflicht.

Eine IT-Haftpflicht (Berufshaftpflicht fuer IT-Berufe) schuetzt vor Schaeden, die Sie bei Kunden verursachen, etwa durch fehlerhafte Software. Die Cyberversicherung deckt Eigenschaeden im eigenen Betrieb, darunter Betriebsunterbrechung, IT-Forensik und Datenwiederherstellung. Wer als IT-Dienstleister arbeitet, braucht in der Regel beides.

Besonders gefaehrdet sind Berufsgruppen mit sensiblen Daten: Aerzte und Therapeuten (Patientendaten), Anwaelte und Notare (Mandantendaten), Steuerberater und Wirtschaftspruefer (Finanzdaten), IT-Berater und Freelancer (Zugang zu Kundensystemen) sowie Personalberater (Bewerberdaten). Je sensibler die Daten und je groesser die digitale Abhaengigkeit, desto hoeher das Risiko.

Fuer die meisten Freiberufler sind 100.000 bis 250.000 EUR ein realistischer Rahmen. IT-Freiberufler mit Zugang zu Kundensystemen sollten 250.000 bis 500.000 EUR pruefen, weil Drittschaeden bei Lieferketten-Angriffen schnell sechsstellige Summen erreichen. Wer sensible Mandanten- oder Patientendaten verarbeitet, kalkuliert besser grosszuegig.

Versicherer honorieren Sicherheitsmassnahmen mit Praemiennachlaessen. Hiscox nennt in seinen Underwriting-Richtlinien rund 10 % Rabatt bei zertifizierten E-Mail-Sicherheitsloesungen, HDI bis zu 7,5 % bei einer ISO-27001-Zertifizierung (Anbieter-Angaben, Stand Maerz 2026). Multi-Faktor-Authentifizierung, getestete Backups und regelmaessige Updates wirken ebenfalls praemiensenkend.

Eine direkte gesetzliche Versicherungspflicht gibt es in Deutschland nicht. Die NIS-2-Richtlinie, seit 6. Dezember 2025 als deutsches Gesetz in Kraft, betrifft primaer Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden oder bestimmter Sektoren. Wer als Freiberufler fuer NIS-2-pflichtige Auftraggeber arbeitet, kann jedoch vertraglich zur Cyberversicherung verpflichtet werden.

Haeufige Ausschluesse sind Vorsatz, bekannte und nicht gepatchte Sicherheitsluecken, fehlende Grundsicherheit (kein Backup, veraltete Software) sowie staatlich gelenkte Cyberangriffe (War Exclusion). Sublimits begrenzen oft Loesegeldzahlungen, PR-Kosten und Krisenmanagement. Pruefen Sie die Obliegenheiten genau, bevor Sie unterschreiben.

Rufen Sie sofort die 24/7-Notfall-Hotline Ihres Versicherers an. Trennen Sie betroffene Systeme vom Netz, aber schalten Sie sie nicht aus, damit Forensik-Daten erhalten bleiben. Dokumentieren Sie den Vorfall und veraendern Sie keine Einstellungen. Bei einer Datenschutzverletzung informieren Sie zusaetzlich innerhalb von 72 Stunden die zustaendige Datenschutzbehoerde (Art. 33 DSGVO).

Ja. Die Praemie zaehlt als Betriebsausgabe und ist voll absetzbar, bei Einzelunternehmen wie auch bei Personen- oder Kapitalgesellschaften. Der Nettoaufwand sinkt damit um Ihren persoenlichen Steuersatz. Details klaert Ihr Steuerberater.

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