Warum Startups andere Buchhaltung brauchen
Die Buchhaltung eines Startups unterscheidet sich von der eines Freiberuflers oder eines etablierten KMU. Drei Punkte machen den Unterschied.
Die Rechtsform aendert alles. Die meisten Startups in Deutschland sind GmbH oder UG (haftungsbeschraenkt). Beide Rechtsformen sind nach HGB Paragraf 242 zur doppelten Buchfuehrung verpflichtet. Das bedeutet Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung statt einer einfachen Einnahmen-Ueberschuss-Rechnung. Wer als Einzelunternehmer gruendet, hat es einfacher: dort reicht die EUeR, solange der Umsatz unter 800.000 EUR oder der Gewinn unter 80.000 EUR liegt. Diese Schwellen wurden 2024 mit dem Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz angehoben, vorher lagen sie bei 600.000 EUR und 60.000 EUR.
Startups skalieren in Spruengen. Innerhalb weniger Monate wachsen Teams von zwei auf zwanzig Mitarbeiter. Die Software muss mitwachsen: mehr Nutzer, mehr Belege, komplexere Auswertungen fuer Investoren. Ein Wechsel mitten im Geschaeftsjahr kostet Zeit, Geld und Nerven. Wer von Anfang an skalierbar plant, spart sich diese Migration.
Integrationen sind kein Nice-to-have. Wer mit Stripe, PayPal oder Shopify arbeitet, braucht eine API-Anbindung. Die manuelle Uebertragung hunderter Zahlungsdaten pro Monat ist keine Option, sondern eine Fehlerquelle. Die meisten verglichenen Programme bieten APIs, aber mit deutlich unterschiedlichem Funktionsumfang.
GmbH, UG oder Einzelunternehmen: Welche Buchfuehrung gilt?
Vor jeder Software-Entscheidung sollten Gruender klaeren, welche Buchfuehrungspflicht ihre Rechtsform mit sich bringt. Die folgende Matrix zeigt die wichtigsten Faelle:
| Merkmal | Rechtsform | Buchfuehrung | Gewinnermittlung | Empfohlene Software |
|---|---|---|---|---|
| GmbH | Doppelte Buchfuehrung (Pflicht ab Tag 1) | Bilanz und GuV | Lexware Office XL, sevDesk Buchhaltung | |
| UG (haftungsbeschraenkt) | Doppelte Buchfuehrung (Pflicht ab Tag 1) | Bilanz und GuV | sevDesk Buchhaltung, BuchhaltungsButler | |
| Einzelunternehmen (klein) | Einfache Buchfuehrung | EUeR moeglich | Papierkram S, sevDesk Free | |
| Einzelunternehmen (gross) | Doppelte Buchfuehrung ab 800.000 EUR Umsatz oder 80.000 EUR Gewinn | Bilanz und GuV | sevDesk Buchhaltung, Lexware Office XL | |
| GbR | Einfache Buchfuehrung (regelmaessig) | EUeR moeglich | Papierkram, FastBill |
Rechtsgrundlagen: HGB Paragraf 241a (Schwellenwerte), HGB Paragraf 242 (Buchfuehrungspflicht), HGB Paragraf 264 (Pflichten der Kapitalgesellschaft), AO Paragraf 141 (Steuerliche Buchfuehrungspflicht).
In der Praxis bedeutet das: wer mit Investoren spricht oder eine UG als Vorstufe zur GmbH gegruendet hat, braucht eine Software, die Bilanz und GuV erstellt. Tarife, die nur EUeR anbieten, reichen nicht. Fuer Freiberufler ohne Bilanzpflicht ist die Auswahl groesser und im Schnitt guenstiger.
7 Buchhaltungsprogramme fuer Startups im Vergleich
Wir vergleichen sieben Cloud-Programme, die fuer Startups in Frage kommen. Die Tabelle zeigt den Funktionsumfang auf einen Blick. Wichtig ist die Spalte Bilanz: ohne Bilanzfunktion ist eine Software fuer GmbH und UG nicht praktikabel. Die genaue Preistabelle mit Bilanz-Spalte folgt weiter unten.
| Funktion | sevDesk Buchhaltung | Lexware Office XL | BuchhaltungsButler Selbstbucher | FastBill Pro | DATEV Unternehmen online | Papierkram S | sevDesk Free |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Preis ab | 19,90 EUR/M. | 32,90 EUR/M. | 29,95 EUR/M. | 29,99 EUR/M. | 11,00 EUR/M. | 9,90 EUR/M. | 0 EUR/M. |
| Zielgruppe | GmbH und UG, kleines Budget | GmbH mit Fokus auf Bedienbarkeit | GmbH mit hohem Belegaufkommen | Tech-Startups mit Stripe-Anbindung | GmbH mit Steuerberater-Kanzlei (DATEV-only) | Einzelunternehmer in der Pre-Inc-Phase | Pre-Seed, nur Rechnungen |
| GoBD-konform | |||||||
| DATEV-Export | |||||||
| Bankanbindung | |||||||
| Rechnungen | |||||||
| Ausgaben | |||||||
| Auswertungen | |||||||
| Mehrbenutzer | |||||||
| Mobile App | |||||||
| API-Zugang | |||||||
| Bewertung | 1.2 | 1.3 | 1.2 | 1.4 | - | 1.6 | 1.8 |
| Details | Details | Details | Details | Details | Details | Details |
Preise und Tarife: Welcher Tarif hat eine Bilanz-Funktion?
Die zentrale Frage fuer GmbH/UG-Gruender lautet: ab welchem Tarif ist die Bilanz enthalten? Die guenstigen Einstiegstarife decken meist nur Rechnungsstellung und einfache EUeR ab. In der folgenden Tabelle sehen Sie auf einen Blick, welche Tarife bilanzfaehig sind.
| Anbieter / Tarif | Preis/Monat (netto) | Bilanz | API | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Lexware Office S | 7,90 EUR | Nein | Ja | lexoffice.de |
| Lexware Office L | 21,90 EUR | Nein (nur EUeR) | Ja | lexoffice.de |
| Lexware Office XL | 32,90 EUR | Ja | Ja | lexoffice.de |
| sevDesk Free | 0 EUR | Nein | Ja | sevdesk.de |
| sevDesk Rechnung | 8,90-11,90 EUR | Nein | Ja | sevdesk.de |
| sevDesk Buchhaltung | 19,90-25,90 EUR | Ja | Ja | sevdesk.de |
| sevDesk Buchhaltung Pro | 27,90-34,90 EUR | Ja | Ja | sevdesk.de |
| BuchhaltungsButler Vorbucher | 24,95 EUR | Nein | Ja | buchhaltungsbutler.de |
| BuchhaltungsButler Selbstbucher | 29,95 EUR | Ja | Ja | buchhaltungsbutler.de |
| FastBill Pro | 29,99 EUR | Ja | Ja | fastbill.com |
| Papierkram S | 9,90 EUR | Nein (nur EUeR) | Nein | papierkram.de |
| DATEV Unternehmen online | ab 11,00 EUR | Ja (via Kanzlei) | Ja | datev.de |
Alle Preise netto pro Monat. sevDesk-Preise variieren je nach Vertragslaufzeit (guenstigster Preis bei 24 Monaten, hoechster bei monatlicher Kuendigung). Gruen hinterlegt: Tarife mit Bilanz-Funktion fuer GmbH und UG. Quellen: Anbieter-Webseiten, Stand 18. Mai 2026.
GoBD-Konformitaet im Detail: Welcher Anbieter erfuellt was?
Die Grundsaetze ordnungsmaessiger Buchfuehrung (GoBD) sind bei einem Software-Vergleich oft nur ein Haken in der Spalte. In der Praxis hat jeder Anbieter unterschiedliche Schwerpunkte. Die folgende Matrix bricht die GoBD-Anforderungen auf vier Anbieter herunter:
| GoBD-Anforderung | Lexware Office XL | sevDesk Buchhaltung | BuchhaltungsButler | FastBill Pro |
|---|---|---|---|---|
| Beleg-Aufbewahrung 10 Jahre | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Unveraenderbarkeit (Festschreibung) | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Verfahrensdokumentation (Vorlage) | Ja, Vorlage | Ja, Vorlage | Ja, individuell | Nur Hinweis |
| Datenzugriff (Z1-Z3) | Z1, Z2, Z3 | Z1, Z2, Z3 | Z1, Z2, Z3 | Z1, Z2 |
| Journal- und Kontenfunktion | Vollstaendig | Vollstaendig | Vollstaendig | Vollstaendig |
| GoBD-konformer Datenexport | DATEV, CSV, IDEA | DATEV, CSV, IDEA | DATEV, CSV, IDEA | DATEV, CSV |
Z1 = unmittelbarer Zugriff, Z2 = mittelbarer Zugriff, Z3 = Datentraegerueberlassung (Quelle: BMF GoBD-Schreiben). Stand 18. Mai 2026 nach Pruefung der Anbieter-Dokumentationen.
KI-Funktionen: Was die Anbieter automatisieren
Belegerkennung per KI ist 2026 kein Premium-Feature mehr, sondern in den meisten Tarifen Standard. Wo die Anbieter unterschiedlich tief gehen, ist die automatische Kontierung und die Erkennung von Wiederholungsmustern.
BuchhaltungsButler wirbt mit 95 Prozent Automatisierungsgrad. In der Praxis funktioniert das fuer wiederkehrende Belege gut, individuelle Rechnungen brauchen weiterhin manuelle Pruefung. Lexware Office XL hat eine solide OCR und lernt aus Korrekturen. sevDesk bietet KI-Belegerkennung in allen kostenpflichtigen Tarifen, in Buchhaltung Pro zusaetzlich eine automatische Kontierung. FastBill Pro setzt auf eine eigene KI-Engine fuer SaaS-Abrechnungen und ist besonders fuer Tech-Startups interessant, die wiederkehrende Stripe- oder Recurly-Buchungen haben.
Ein Hinweis aus der Praxis: KI-Belegerkennung spart Zeit, ersetzt aber keine sorgfaeltige Verfahrensdokumentation. Bei einer Betriebspruefung muessen Sie nachweisen, wie Sie Belege erfassen und welche Kontrollmechanismen greifen. Die Anbieter liefern Vorlagen, die Anpassung an Ihr Geschaeftsmodell bleibt bei Ihnen oder beim Steuerberater.
E-Rechnungspflicht: Was Startups bis 2028 wissen muessen
Seit dem 1. Januar 2025 muessen alle Unternehmen in Deutschland elektronische Rechnungen empfangen koennen. Das betrifft auch frisch gegruendete Startups. Die Sendepflicht wird stufenweise eingefuehrt:
| Merkmal | Pflicht | Status | Was Startups tun muessen |
|---|---|---|---|
| E-Rechnungen empfangen (seit 01.01.2025) | Pflicht fuer alle | Software muss XRechnung und ZUGFeRD lesen koennen | |
| Papier- oder PDF-Rechnungen versenden (bis 31.12.2026) | Noch erlaubt | Uebergangsphase, danach E-Rechnung im B2B | |
| Sendepflicht ab 01.01.2027 (Umsatz unter 800.000 EUR) | Verlaengerte Frist | Bis Ende 2027 noch alte Formate erlaubt | |
| Sendepflicht ab 01.01.2028 | Pflicht ausser Kleinunternehmer | Alle E-Rechnungen im strukturierten Format |
Quelle: BMF FAQ zur E-Rechnungspflicht ab 2025, abrufbar unter bundesfinanzministerium.de (Stand 18. Mai 2026).
Alle sieben verglichenen Programme unterstuetzen E-Rechnungen im ZUGFeRD- oder XRechnung-Format. Wenn Ihr Startup B2B-Rechnungen schreibt, lohnt sich der Umstieg auf E-Rechnungsversand bereits jetzt. Das spart spaeter die Umstellung und nimmt Ihrem Steuerberater Arbeit ab.
Investoren-Reports: Was Seed- und Series-A-Geber sehen wollen
Wer Seed- oder Series-A-Finanzierung sucht, wird in der Due Diligence nach sauberen Finanzdaten gefragt. Investoren wollen vier Grunddokumente sehen:
- Monatliche Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) mit Vorjahresvergleich
- Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung auf dem aktuellen Stand
- Cashflow-Uebersicht mit Burn Rate, idealerweise mit Runway-Prognose
- Saubere Belegablage ohne Luecken, GoBD-konform und durchsuchbar
Lexware Office XL, sevDesk Buchhaltung und BuchhaltungsButler erstellen diese Reports direkt in der Software. BuchhaltungsButler erlaubt zusaetzlich individuelle Auswertungen, etwa Cohort-Analysen oder Margenrechnungen pro Produkt. Wer den Funding-Prozess plant, sollte mindestens drei Monate vor dem Pitch eine saubere Buchfuehrung aufgesetzt haben.
Neben sauberen Finanzen sollten Gruender auch die persoenliche Absicherung mitdenken. Als Geschaeftsfuehrer einer GmbH oder UG haften Sie unter Umstaenden mit Ihrem Privatvermoegen. Eine D&O-Versicherung schuetzt vor Schadensersatzforderungen an die Geschaeftsleitung, etwa bei verspaeteter Insolvenzanmeldung oder Verletzung von Sorgfaltspflichten.
3-Jahres-Kostenrechnung (TCO) fuer typische Startup-Szenarien
Die monatliche Lizenz ist nicht das einzige Kostenelement. Setup, Schulung, Steuerberater-Sync und Migration kommen hinzu. Die folgende Tabelle rechnet die Gesamtkosten ueber drei Jahre fuer drei typische Profile durch:
| Profil | Empfohlene Loesung | Lizenz (36 Mon.) | Setup + Schulung | Steuerberater-Sync | TCO 3 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| GmbH, 2 Gruender, kleines Budget | sevDesk Buchhaltung | 716 EUR | 0 EUR (Self-Onboarding) | 450 EUR (3 Jahre) | 1.166 EUR |
| UG, 5 MA, hohes Belegaufkommen | BuchhaltungsButler Selbstbucher | 1.078 EUR | 250 EUR | 600 EUR (3 Jahre) | 1.928 EUR |
| Tech-Startup, Stripe + HubSpot | FastBill Pro | 1.080 EUR | 200 EUR | 600 EUR (3 Jahre) | 1.880 EUR |
Modellrechnung ohne Migration. Steuerberater-Pauschalen sind Marktwerte fuer GmbH mit DATEV-Synchronisation, die tatsaechlichen Konditionen variieren je nach Kanzlei. Stand 18. Mai 2026.
Welche Software fuer welches Startup-Profil?
Die richtige Wahl haengt weniger vom Branchenfokus ab als von drei Faktoren: Rechtsform, Teamgroesse und Integrationen. Unsere Einschaetzung fuer typische Szenarien:
| Situation | Empfehlung | Begruendung |
|---|---|---|
| GmbH oder UG mit kleinem Budget | sevDesk Buchhaltung (ab 19,90 EUR) | Guenstigster bilanzfaehiger Tarif, solide API |
| GmbH mit Fokus auf Bedienbarkeit | Lexware Office XL (32,90 EUR) | Intuitivste Oberflaeche, breiteste DATEV-Anbindung |
| GmbH mit hohem Belegaufkommen | BuchhaltungsButler Selbstbucher (29,95 EUR) | Starke KI-Belegerkennung, individuelle Auswertungen |
| Einzelunternehmer in der Pre-Inc-Phase | Papierkram S (9,90 EUR) oder sevDesk Free | EUeR ausreichend, spaeter Migration in Bilanz-Tarif |
| Tech-Startup mit Stripe und CRM-Anbindung | FastBill Pro (29,99 EUR) oder sevDesk Buchhaltung Pro | Umfangreichste API, native Stripe- und PayPal-Konnektoren |
| GmbH mit DATEV-arbeitender Kanzlei | DATEV Unternehmen online (ab 11,00 EUR) | Vollintegration, weniger Bruchstellen beim Jahresabschluss |
Steuerberater-Zusammenarbeit: DATEV-Export ist Pflicht
Mehr als 90 Prozent der deutschen Steuerberater arbeiten mit DATEV. Wenn Ihre Software keinen DATEV-Export kann, holen Sie sich Reibungsverluste an einer Stelle, an der jede Stunde teuer ist. Alle sieben verglichenen Programme bieten DATEV-Export an, allerdings in unterschiedlicher Tiefe.
Der typische Ablauf sieht so aus: Sie buchen laufend in Ihrer Software, exportieren die Daten monatlich oder quartalsweise an die Kanzlei, und der Steuerberater erstellt den Jahresabschluss in DATEV. Bei Lexware Office und sevDesk kann der Steuerberater zusaetzlich einen Lesezugang erhalten. Das spart den separaten Export und reduziert Versionsfehler. Wer DATEV Unternehmen online direkt nutzt, hat den engsten Sync, allerdings nur, wenn die Kanzlei DATEV anbietet.
Datensicherheit und Versicherungsschutz
Cloud-Software speichert Finanzdaten auf externen Servern. Alle hier verglichenen Anbieter hosten in deutschen Rechenzentren und verschluesseln die Uebertragung mit TLS. Trotzdem bleibt ein Restrisiko: Datenlecks, Hackerangriffe auf den Anbieter oder auf Ihr eigenes System.
Zwei Versicherungen sind fuer Startups besonders relevant. Eine Cyberversicherung fuer KMU uebernimmt Kosten bei Datenverlust, Hackerangriffen und Betriebsunterbrechungen. Fuer Startups mit Kundendaten oder Zahlungsverkehr ist das ein sinnvoller Schutz. Eine D&O-Versicherung schuetzt die Geschaeftsleitung vor persoenlicher Haftung mit Privatvermoegen, was bei GmbH und UG in bestimmten Konstellationen relevant wird.
Von der Gruendung zur Skalierung: Wann reicht die Software nicht mehr?
Irgendwann stoesst jede Cloud-Buchhaltung an Grenzen. Typische Anzeichen sind mehr als 50 Mitarbeiter mit Lohnbuchhaltung, internationale Buchungen in mehreren Waehrungen, Konsolidierung mehrerer Gesellschaften oder komplexe Konzernstrukturen nach mehreren Finanzierungsrunden.
Ab diesem Punkt wird oft ein Wechsel zu DATEV-Vollintegration, Agenda oder einem ERP-System wie SAP Business One notwendig. Der Umstieg ist einfacher, wenn Sie von Anfang an sauber gebucht haben und DATEV-Exporte vorliegen. Mehr zur Software fuer etablierte Unternehmen finden Sie im separaten Vergleich fuer den Mittelstand (10 bis 249 Mitarbeiter).
Fuer wen eignet sich diese Software?
Für wen ist Cloud-Buchhaltungssoftware fuer Startups (GmbH und UG) geeignet?
Geeignet für
- GmbH und UG in der Gruendungs- oder Fruehphase (Pre-Seed bis Series A)
- Startups mit Investoren oder Foerderung, die monatlich BWA-Reports benoetigen
- Tech-Startups mit Bedarf an API-Anbindung an Stripe, PayPal oder Shopify
- Gruender, die ihre Buchhaltung selbst vorbereiten und mit Steuerberater zusammenarbeiten
- Teams mit 1 bis 20 Mitarbeitern, die cloud-basiert arbeiten
Weniger geeignet für
- Startups mit mehr als 50 Mitarbeitern (besser: DATEV oder ein ERP-System)
- Einzelunternehmer ohne Bilanzpflicht (besser: unser Vergleich fuer Freiberufler)
- Wer die Buchhaltung vollstaendig an den Steuerberater auslagern moechte
Als Einzelunternehmer ohne Bilanzpflicht lohnt sich ein Blick auf den Vergleich fuer Freiberufler. Dort finden Sie EUeR-Loesungen ab 9,90 EUR pro Monat. Wer kostenlose Tools sucht, ist im Vergleich der Gratis-Buchhaltung besser aufgehoben.
Haeufig gestellte Fragen
Das haengt von der Rechtsform ab. Eine GmbH oder UG ist nach HGB Paragraf 242 zur doppelten Buchfuehrung verpflichtet und braucht bilanzfaehige Software. Der guenstigste Tarif mit Bilanz ist sevDesk Buchhaltung ab 19,90 EUR pro Monat (24-Monats-Vertrag). Wer noch als Einzelunternehmer gruendet, kommt mit Papierkram S ab 9,90 EUR aus. (Preise netto, Stand 18. Mai 2026)
Ja, sobald es eine GmbH oder UG ist. Beide Rechtsformen sind ab dem ersten Geschaeftstag zur doppelten Buchfuehrung mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung verpflichtet (Quelle: HGB Paragraf 242 und Paragraf 264). Einzelunternehmen koennen die Einnahmen-Ueberschuss-Rechnung nutzen, solange Umsatz und Gewinn die Schwellen aus HGB Paragraf 241a nicht ueberschreiten.
Seit dem Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz 2024 muessen Einzelkaufleute erst ab 800.000 EUR Umsatz oder 80.000 EUR Gewinn bilanzieren (vorher 600.000 EUR / 60.000 EUR). Fuer GmbH und UG gilt diese Schwelle nicht: Sie sind unabhaengig von Umsatz und Gewinn bilanzpflichtig. (Quelle: HGB Paragraf 241a; DIHK Merkblatt zur Buchfuehrungspflicht)
Bilanzfaehige Tarife liegen zwischen 19,90 und 50 EUR netto pro Monat. Der guenstigste Einstieg ist sevDesk Buchhaltung ab 19,90 EUR im 24-Monats-Abo. BuchhaltungsButler bietet ein Startup-Paket, das ab dem 7. Monat 34,90 statt 46,90 EUR kostet. Lexware Office XL fuer 32,90 EUR ist die intuitivste Loesung im Vergleich. Bei monatlicher Kuendigung fallen die Preise hoeher aus.
FastBill Pro und sevDesk Buchhaltung Pro haben die umfangreichsten Schnittstellen zu Payment- und CRM-Systemen (Stripe, PayPal, HubSpot, Pipedrive). BuchhaltungsButler bietet zusaetzlich eine eigene REST-API mit Webhook-Support fuer eigene Integrationen. Lexware Office XL hat Standard-Konnektoren, aber kein Webhook-System.
Ja. BuchhaltungsButler bietet ein Startup-Paket: ab dem 7. Monat 34,90 statt 46,90 EUR. Lexware Office und sevDesk haben regelmaessig Aktionspreise fuer Neuregistrierungen, oft 30 bis 50 Prozent Rabatt im ersten Jahr. Fragen Sie direkt beim Anbieter nach den aktuellen Konditionen, die Webseiten zeigen nicht immer die guenstigsten Optionen.
Bei GmbH und UG ist ein Steuerberater dringend empfohlen, wenn auch nicht gesetzlich vorgeschrieben. Der Jahresabschluss mit Bilanz und GuV ist komplex und wird beim Bundesanzeiger eingereicht. Die Software uebernimmt die laufende Buchhaltung, der Steuerberater prueft Abschluss und Erklaerungen. Diese Seite ist kein Ersatz fuer eine individuelle Beratung (Paragraf 2 Steuerberatungsgesetz).
Ja, seit dem 1. Januar 2025 muessen alle Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen im strukturierten Format (ZUGFeRD, XRechnung) empfangen koennen. Das gilt auch fuer GmbH und UG in der Gruendungsphase. Die Sendepflicht wird stufenweise eingefuehrt: bis Ende 2026 noch Papier- und PDF-Rechnungen erlaubt, bis Ende 2027 fuer Unternehmen unter 800.000 EUR Umsatz, ab 1. Januar 2028 fuer alle ausser Kleinunternehmer. (Quelle: BMF FAQ zur E-Rechnungspflicht)
Alle hier verglichenen Programme bieten DATEV-Export, damit die Daten vom Steuerberater oder von einer Folge-Software uebernommen werden koennen. Planen Sie fuer einen Wechsel zwei bis vier Wochen ein. Am wenigsten Reibung gibt es zum Jahreswechsel: das alte Geschaeftsjahr in der alten Software abschliessen, das neue Jahr im neuen Programm starten. Die GoBD-Aufbewahrungspflicht von 10 Jahren laeuft auf den Alt-Daten weiter.
Investoren erwarten in der Due Diligence vier Grunddokumente: monatliche BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung), aktuelle Bilanz und GuV, Cashflow-Uebersicht mit Burn Rate und eine saubere Belegablage ohne Luecken. Lexware Office XL, sevDesk Buchhaltung und BuchhaltungsButler erstellen diese Reports direkt. Wer den Funding-Prozess plant, sollte mindestens drei Monate vor Pitch-Start eine saubere Buchfuehrung aufgesetzt haben.
Fazit aus der Redaktion
Wer eine GmbH oder UG gruendet, sollte sich nicht von 7,90-EUR-Einstiegspreisen blenden lassen. Diese Tarife haben keine Bilanz und sind damit fuer die laufende Buchhaltung einer Kapitalgesellschaft unbrauchbar. Der ehrliche Einstieg liegt bei rund 20 EUR pro Monat (sevDesk Buchhaltung) und steigt je nach Belegaufkommen und Investoren-Anforderungen auf 30 bis 35 EUR.
Ein praktischer Tipp aus unserer Redaktion: Testen Sie zwei Programme parallel, je zwei Wochen mit echten Belegen. Was beim Onboarding stoert, stoert auch nach sechs Monaten. Klaeren Sie vor der Entscheidung mit Ihrem Steuerberater, mit welchem DATEV-Format gearbeitet wird. An diesem Punkt werden nachtraegliche Wechsel teuer.
Die vollstaendige Vergleichstabelle aller Anbieter zeigt, welche Loesungen ueber die Startup-Phase hinaus tragen. Wer absehbar in die Series-A geht, sollte zusaetzlich an D&O-Schutz und eine Cyberversicherung denken.
